Monopoly

Monopoly ist eines der beliebtesten Brettspiele aller Zeiten. Ob Alt oder Jung, fast jeder hörte schon einmal von dem Familienspiel rund um Grundstücke, Geld und Glück. Im Folgenden werden das Spielprinzip, die Regeln und die verschiedenen Versionen von Monopoly ausführlich und mit allerlei interessanten Fakten über diesen Spieleklassiker erklärt.


Spieleranzahl

2-8

Spieldauer

90min

Verlag

Hasbro

Das Spielprinzip

Bei Monopoly geht es darum, die gegnerischen Spieler durch kaufmännisches Geschick und das nötige Würfelglück in den Bankrott zu treiben. Dies gelingt, in dem möglichst viele Besitzrechte von Straßen, Verkehrsmitteln und Versorgungswerken erworben werden, für die die gegnerischen Spieler bei Betreten Miete bezahlen müssen. Wer am Ende das meiste Geld oder umgerechnet den größten Besitz hat, gewinnt das Spiel.

Vor dem Spiel

Vor dem Spiel müssen zunächst einige Vorbereitungen getroffen werden, damit Monopoly auch richtig gespielt werden kann: Die Besitzrechtkarten werden nach Farben und Art sortiert, um schnell darauf zugreifen zu können. Zusätzlich werden die Ereignis- und Gemeinschaftskarten gemischt und auf die vorgesehenen Stellen auf dem Spielfeld gelegt. Jeder Spieler erhält ein Startkapital sowie eine Spielfigur. Zudem werden zwei Würfel von 1 bis 6 benötigt.

Das Spielbrett besteht aus mehreren kleinen Vierecken, die am ganzen Rand nebeneinader angeordnet sind. Der Großteil dieser Felder sind Straßen, die alle zu Straßengruppen (bestehend aus zwei bis drei Straßen) mit unterschiedlichem Wert gehören – sogenannte „Monopole“. Neben den Straßenfeldern kann man vier Bahnhöfe sowie ein Wasser- und ein Elektrizitätswerk erstehen. Hat man für eines dieser Felder das Besitzrecht erworben, müssen die gegnerischen Spieler einen festgelegten Betrag (Miete) an den Eigentümer bezahlen, sobald sie durch Würfeln auf das bestimmte Feld vorrücken. Besitzt man ganze Monopole, kann man durch den Kauf von Häusern und Hotels die Miete für ein Monopolgrundstück um ein Vielfaches erhöhen.

Außerdem befinden sich auf dem Spielbrett ein Gefängnisfeld – und eines, das den Spieler dort hin schickt; zwei Steuerfelder, auf denen ein bestimmter Betrag an die Bank gezahlt werden muss; ein „Frei Parken“-Feld, wo in der herkömmlichen Version nichts geschieht. Der Rest der insgesamt 40 Felder besteht aus „Ereignisfeldern“ und „Gemeinschaftsfeldern“. In beiden Fällen wird eine Karte vom Stapel der zugehörigen Ereignis- bzw. Gemeinschaftskarten gezogen – das, was dort steht, ist einzuhalten.

Das Spiel beginnt

Nachdem der Beginner ausgemacht wurde, geht es los. Es werden beide Würfel geworfen und auf das jeweilige Feld vorgerückt. Landet der Spieler auf einem Straßen-, Bahnhof- oder Versorgungswerkfeld, wägt er ab, ob er die Besitzrechtkarte gegen den vorgeschriebenen Preis erwirbt oder ob er sein Geld behält. Im Uhrzeigersinn geht es nun weiter. Früher oder später wird jemand auf einem Feld landen, das von einem anderen Spieler beansprucht wurde. In diesem Fall muss dem Besitzer der Mietpreis, der auf der Besitzrechtkarte vorgeschrieben ist, ausgezahlt werden. Im späteren Verlauf können auf den Monopolen Häuser und Hotels gebaut werden, die den Mietpreis vervielfachen. Die zu bezahlenden Beträge auf den Steuerfeldern und manchen Ereignis-/Gemeinschaftskarten kommen in die Bank (oder in die Mitte des Spielfelds, siehe Regeln). Wer eine komplette Runde um das Spielfeld gewandert ist und das „LOS“-Feld überschreitet, bekommt einen festgeschriebenen Geldbetrag zugesprochen.

Der spätere Spielverlauf

Am einem bestimmten Zeitpunkt sind alle Besitzrechtkarten im Spiel vergeben. Nur selten kommt es vor, dass bereits dann ein Spieler alle Straßen einer Farbe und somit ein Monopol besitzt. Daher sind gute Verhandlungen mit den anderen Spielern in der Regel essentiell für den Sieg. Sowohl Besitzrechtkarten als auch Geld können untereinander getauscht werden, damit möglichst jeder Spieler wettbewerbsfähig ist, sprich mindestens ein Monopol hat. Nun geht es darum, Häuser und Hotels auf den eigenen Straßen zu bauen und auf das Würfelpech der Gegner zu hoffen, gleichzeitig aber nicht auf den bebauten Feldern der Gegner zu landen – ansonsten ist das Geld schnell weg und die eigenen Gebäude müssen eventuell wieder verkauft werden. Sollte es nicht möglich sein, einen geforderten Geldbetrag zu bezahlen, können auch Hypotheken aufgenommen (dadurch erhält man auf dem jeweiligen Feld keine Miete mehr), oder Angebote in Form von Besitzrechtkarten gemacht werden.

Wer kein Geld und keine Besitzrechtkarten mehr hat, gilt als Bankrott und hat Monopoly verloren. Wer zuletzt übrig bleibt und den größten Besitz hat, gewinnt.

Die Regeln

Eine Partie Monopoly dauert oft mehrere Stunden und hat ein dementsprechend großes Regelwerk. Dabei gibt es sowohl die offiziellen Spielregeln aus der Monopoly-Spielanleitung, als auch inoffizielle Regeln, die bei vielen Spielern mehr oder weniger beliebt sind.

Offizielle Regeln

Hier folgen die wichtigsten offiziellen Spielregeln von Monopoly:

  • Bei einem Pasch (beide Würfel haben zeigen die gleiche Augenzahl) ist ein Spieler nochmal an der Reihe. Nach dem dritten Pasch in Folge muss er allerdings in das Gefängnis.
  • Muss ein Spieler ins Gefängnis, geht er direkt dort hin und der Zug ist vorbei. Die Freilassung erfolgt entweder durch Bezahlen der Kaution oder Würfeln – man kommt frei, wenn man einen Pasch würfelt. Darüber hinaus gibt es im Spiel zwei „Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei“-Karten, die man behält und in diesem Fall einsetzen kann. Schlägt ein Paschversuch fehl, setzt man die Runde aus. Nach drei Runden ohne Pasch ist der Spieler verpflichtet, die festgelegte Kaution zu bezahlen und aus dem Gefängnis zu gehen. Die Kaution kann aber auch schon in der ersten Runde bezahlt werden. Nach den offiziellen Spielregeln darf man auch im Gefängnis Miete kassieren, Hypotheken aufnehmen, Häuser bauen und mit anderen Spielern verhandeln.
  • Besitzt ein Spieler alle Straßen einer Farbe, hat aber kein Haus auf diesen Straßen gebaut, verdoppelt sich der Mietpreis. Dies ist nicht mehr der Fall, wenn eine Straße mit einer Hypothek belastet ist.
  • Im offiziellen Regelwerk wird eine Besitzrechtkarte direkt versteigert, nach dem sich ein Spieler gegen den Kauf entschieden hat. Allgemein wird diese Regel oft nicht beachtet (siehe inoffizielle Regeln)
  • Bauen ist nur erlaubt, wenn man selbst am Zug ist. Möchte man in einer Runde dringend Gebäude bauen, ist darauf zu achten, dies vor dem Würfeln zu tun.

Hypotheken

Ist eine Straße des Monopols mit einer Hypothek belastet, darf nicht gebaut werden. Bei der Bebauung der Monopole müssen Häuser und Hotels gleichmäßig verteilt werden. Eine 3/1/1-Verteilung beispielsweise ist verboten, hier muss auf 2-2-1, bzw. 2-1-2 oder 1-2-2 umgestellt werden. Hotels dürfen erst gebaut werden, nachdem mindestens für eine Runde vier Häuser auf jeder Straße des Monopols standen. Ein Hotel entspricht fünf Häusern, dementsprechend ist es verboten, eine Straße mit Hotel und eine mit z.B. drei Häusern in einem Monopol zu führen. Ist kein Haus bzw. Hotel mehr verfügbar (tritt oft bei einer hohen Spielerzahl ein), hat man Pech gehabt und kann nicht mehr bauen, bis jemand anderes seine Gebäude verkauft. Ein Haus kann man nur zum halben Einkaufspreis verkaufen, daher sollte man stets versuchen, seine Gebäude zu behalten.

inoffizielle Regeln

Die offiziellen Regeln werden häufig missachtet oder verändert und oft gelten bei Monopoly eigene Hausregeln. Hier folgen die bekanntesten inoffiziellen Monopoly-Regeln.

  • Das Geld, dass durch Steuerfelder und Ereignis-/Gemeinschaftskarten an die Bank gehen würde, wird stattdessen in die Mitte des Spielfeldes gelegt. Das Geld bekommt derjenige, der auf „Frei Parken“ landet. Somit hat auch dieses Feld eine Bedeutung.
  • Die Besitzrechtkarten werden in einer Schnellspiel-Variante vor Beginn des Spiels unter den Spielern verteilt. Dies verkürzt die Spielzeit enorm.
  • Wer im Gefängnis sitzt, darf weder mit Mitspielern verhandeln noch Miete kassieren oder Häuser bauen. Dies macht das Gefängnis-Feld noch unangenehmer und erhöht den Schwierigkeitsgrad.
  • Oft wird Monopoly ein wenig vereinfacht: Gebäude werden zum vollen Kaufpreis verkauft; Hypotheken werden ohne Zinsen zurückgezahlt und dürfen auch auf bebauten Feldern aufgenommen werden; Gebäude dürfen auch auf Straßen gebaut werden, wenn man nicht alle Straßen der Farbe besitzt.
  • Die wahrscheinlich bekannteste inoffizielle Regel besagt, dass ein Spieler das doppelte Gehalt pro Runde bekommt, wenn er direkt auf dem „Los“-Feld landet.
  • Gebäude dürfen nur gebaut werden, wenn man auf dem zu bebauenden Feld steht. Dies erhöht die Schwierigkeit und die Spieldauer enorm.

Versionen von Monopoly

Über die Jahre wurden viele Neuauflagen von Monopoly entwickelt, darunter teils kuriose Versionen mit verschiedenen Feldern, anderer Währung und geringfügig geänderten Regeln. Weltweit gibt es bereits über 1000 verschiedene Varianten. Das Grundprinzip des Spiels bleibt dabei aber immer gleich.

So gibt es mittlerweile moderne Versionen wie die Europa-Edition, wo europäische Städte anstatt deutschen Straßen zu erweben sind und ein Plastik-Eurostück den Schein ersetzt. Große Neuerungen wurden im neuen Millenium durch den Wechsel zum Banking durchgesetzt. Bei Monopoly World oder Monopoly Banking werden Straßennamen durch die größten Städte der Welt ersetzt und anstatt eines Haufens verschiedener Geldscheine gibt es nun Bankkarten. Diese werden dann für die Geldtransfers in den zugehörigen „Automaten“ mit einer Einzahl- und Abhebefunktion geschoben.

Für die Jüngsten gibt es auch einige Versionen. Spiele wie Monopoly Junior oder die Monopoly Pummeleinhorn Edition machen auch kleine Kinder mit dem komplexen Spiel vertraut. Während bei der Pummeleinhorn Edition Keksfabriken und Kekstuben gebaut werden können, gibt es bei Monopoly Junior Besitzrechte für das Schwimmbad oder den Spielplatz zu erstehen.

Darüberhinaus gibt es viele Fan-Editionen des Spieleklassikers. Varianten wie „Monopoly – The Legend of Zelda“ oder die „Der Herr der Ringe“-Edition zielen genau auf die Fans dieser Epen an. Das Zahlungsmittel bei der „Zelda“ Edition sind Rubine, durch „den einen Ring“ bei der „Herr der Ringe“ Edition neue besondere Spielregeln hinzukommen.

Neben weiteren modernen Versionen wie „Monopoly Revolution“ mit einem runden Spielbrett oder „Monopoly Cities“ erfreut sich auch die klassische Variante mit D-Mark weiterhin großer Beliebtheit.

Geschichte von Monopoly

Den Grundstein für die Entstehung des Spiels legte Elizabeth Magie 1904, die in jenem Jahr das Spiel „The Landlord’s Game“ erfand. Es hatte ursprünglich einen politischen Hintergrund und sollte die Gefahren durch Monopole und die dadurch entstehende Armut der unteren Gesellschaftsschichten verdeutlichen. Nachdem das Spiel unter Studenten immer beliebter wurde, meldete Magie 1924 Patent für eine überarbeitete Version des Spiels an und zeigte es George Parker, einem der Gründer von „Parker Brothers“.

Zunächst gefiel es ihm nicht, doch nachdem der Heizungsbauer Charles Darrow das Spiel geringfügig veränderte und damit auf Begeisterung stieß, entwickelten auch die Parker Brothers Interesse an dem Spiel. Sie verhalfen Darrow zu einer Patentanmeldung auf seine Version und kauften Elisabeth Magie 1935 das Patentrecht für gerade einmal 500 US-Dollar ab. Die Verkaufszahlen stiegen erfolgreich an und Darrow wurde als erster Spieleautor Millionär. Der 19. März 1935 wird von Hasbro (mittlerweile Inhaber von „Parker Brothers“) als Geburtstag von „Monopoly“ gefeiert.

1936 erschien die erste deutsche Version des Spiels mit echten Berliner Straßennamen. Die teuerste Karte war „Insel Schwanenwerder“, ein Nobelviertel Berlins. Dort wohnte der damalige Propagandaminister Joseph Goebbels, der das Spiel daraufhin offiziell wegen seines „jüdisch-spekulativen Charakters“ verbot.

Für die Neuauflage in der BRD, die 1953 erschien, wählte man nun beliebige Namen wie die „Schlossallee“ oder die „Lessingstraße“, um weitere Komplikationen zu verhindern. Diese klassische Version von Monopoly ist seither die berühmteste in Deutschland.

Warum ist Monopoly so beliebt?

Die Beliebtheit von Monopoly liegt in erster Linie daran, dass es kaufmännisches Geschick, gepaart mit dem nötigen Würfelglück, erfordert. Glücksspiele reizen die Menschen seit jeher. Dieser Aspekt wird hier mit dem Spaß an Verhandlungen mit Freunden oder Verwandten verknüpft, die im Spiel zu knallharen Widersachern werden. Das Überlegenheitsgefühl, wenn man von einem Mitspieler eine hohe Miete ausgezahlt bekommt und dadurch dem Sieg näher kommt, während der Gegner in den Ruin getrieben wird, erweckt Glücksgefühle und wird von allen Spielern angestrebt. Die ständige Anspannung und die Angst vor dem Würfelpech und einem damit verbundenden Verlust sorgen dafür, dass das Spiel auch nach hoher Spielzeit nicht langweilig wird. Während andauerndes Pech den Spielern an den Nerven zerrt, gilt jede einzelne Einnahme als Erfolg und wirkt motivierend. Dieses Auf und Ab der Gefühle im Spiel und der Spaß am Konkurrenzkampf machen Monopoly zu einem der beliebtesten Spiele der ganzen Welt.